Prävention

 

1. Grundregel : LANGSAM aufsteigen !

 

D.h. einerseits im gemäßigten Tempo mit Pausen, aber vor allem heißt es, dass man seine Schlafhöhe ab einem bestimmten Level (3000m) nur langsam steigern sollte. Von 3000 max. auf 3500m und ab dieser Höhe sollte sogar noch nach Möglichkeit noch kleinschrittiger vorgegangen werden. 300-400 HM Steigerung täglich. Sollte man planen sich später längere Zeit um die 5000m aufzuhalten, ist so ein Aklimatisationstag nochmal zwischen um die 4500m nötig.

Dies ist z.B. im Everest Gebiet typischerweise Dingboche.

 

Aber es ist auch ungünstig sofort auf 3000 m zu starten, wovon einige Everest-Trekker, die nach Lukla einfliegen, ein Liedchen singen könnten.

Sofern man aber tiefer beginnt, braucht man sich bis 3000m erstmal keine Gedanken zu machen.

 

Auf 3500 m ist der Unterschied dann schon so groß, dass man auf dieser Höhe dem Körper erstmal richtig viel Zeit geben sollte, damit er sich auf die Verhältnisse umstellen kann, bevor es in noch größere Höhen geht.

Daher ist z.B. beim Annapurna Circuit in Manang und in Namche Bazaar (Everest Gebiet) auf jeden Fall ein Aklimatisationstag fällig (d.h. 2 Übernachtungen.
Diese Orte sind entsprechend auch mit vielen Annehmlichkeiten und vielen Lodges ausgestattet. Diese Orte befinden sich auf perfekter Höhe dazu, um 3500m

D.h. aber nicht dass man einen Ruhetag einlegen sollte und Nichtstun.

Nein, wenn es einem gut geht, dann sollte man einen sogenannten Aklimatisation"spaziergang" einlegen, dieser wird nur mit leichtem Gepäck gemacht und führt z.B. zu einem höher gelegenen Viewpoint oder zu einem interessanten Kloster (Gumpa).

Je höher desto besser und je länger man dort oben rastet, bevor man wieder zu seiner Schlafhöhe zurückkehrt, desto besser, den hier greift

 

Die maximale Tageshöhe ist dagegen wenig bis gar nicht problematisch, zumindest wenn man nach einer Passüberquerung dann tiefer oder gleicht hoch schläft als am Tag zuvor. Vorsicht allerdings von den MAUSEFALLEN (siehe Themenübersicht)

 

2.Grundregel: Schlafe immer niedriger als du am Tag gegangen bist:


Denn dies gibt dem Körper einen Aklimatisationskick, von dem man dann unten wieder profitiert. Meistens schläft man dann auch besser. Und natürlich auch in den Folgetagen.

Trotzdem bleibt wichtiger Grundregel I, denn der Körper stellt sich vor allem nachts um, bzw. braucht einfach seine Zeit, die er in der Nacht hat.

 

 

3.Grundregel: Symptome beachten und beobachten

 

Warnsymptome wie Kopfschmerz sind erstmal gar kein Grund zur Sorge. Sie sind normal und treffen fast jeden. D.h. nicht, dass man Höhenkrank ist.

Es zeigt nur, dass man noch5 nicht richtig angepasst ist.

Kommt man also in der Lodge an, und fühlt sich etwas schlecht, sollte man erstmal: Abwarten und Tee trinken.
Wenn es arg ist, kann man auch eine Ibuprofen schlucken, die hilft schnell gegen den Höhenkopfschmerz.

Sollte es nach 1-2 Stunden Ruhe und/oder trotz Ibuprofen nicht deutlich besser sein oder verschwinden oder es gar schlimmer werden, muss sofort abgestiegen werden, auch wenn es schon dunkel ist, aber bitte nicht allein.

 

4.Grundregel: Nehmen Sie keine Medikamente, die vor Höhenkrankheit schützen sollen, wie das bekannte DIAMOX

 

Es gibt noch kein Medikament, das effektiv vor Höhenkrankheit schützt, DIAMOX setzt Vorgänge in Gang, die der Körper von alleine macht, aber eben langsamer.

Dadurch werden sie eine Zeit lang vor Symptomen Ruhe haben....und zwar solange bis sie eben höhenkrank sind.

Symptome bringen aber uns zum richtigen Handeln und Beobachten, so dass wir automatisch mehr acht auf Aufstiegsgeschwindigkeit und Aklimatisation geben.

Medikamente sind nur für den Notfall und wenn man sonst nicht in der Lage ist, abzusteigen.

 

5.Grundregel: Gehorche DEINEM Körper und lass dich nicht von anderen mitziehen.


Daher ist man als Solotrekker oder in einer kleinen Gruppe und/oder wenn man zeitlich flexibel ist, besser vor der Höhenkrankheit geschützt.

Allerdings ist man natürlich wiederum bei Ausbruch der Krankheit  in einer großen Reisegruppe besser aufgehoben, denn die haben einen Co-Guide, der sie nach unten führt, eventuell einen Guide mit Satellitentelephon, der einen Hubschrauber holt...

 

6.Grundregel: Gegenseitig beobachten und helfen.

 

Fällt ihnen irgendjemand auf in großer Höhe, der apathisch ist, komisch atmet, schwankt oder verhaltensauffällig ist, sprechen sie diesen an und helfen Sie.

Beobachten sie sich in einer Gruppe in der Höhe gegenseitig und sprechen sie Probleme an. Der Betroffene merkt es vielleicht nicht selbst, das ist typisch für eine schwere Erkrankung oder kann es nicht richtig ordnen.

Alle Arten von Symptomen sind in der Höhe im Zweifel Zeichen der Höhenkrankheit!

Lassen sie einen Höhenkranken niemals allein, und bewegen ihn zum gemeinsamen Abstieg

 

Weitere wichtige Verhaltensweisen:

 

-Viel trinken:  Es wird viel verbraucht und ausgeschwitzt, zudem führt die Höhe eben zur Polyurie. Daher sollte man mindestens 3 Liter trinken

-Warm halten: Kälte und Höhenkrankheit sollen in einem gewissen Kontext halten, daher sollte man zu jeder Zeit in der Höhe angemessene Kleidung tragen

-die Ohren schützen: soll vor Kopfschmerzen schützen

-Knoblauchsuppen: soll nicht nur unliebsame Geister fernhalten, sondern soll auch vor der Höhenkrankheit schützen, zumindest der Glaube daran hilft vielleicht.