Der Annapurna Circuit:

Dauer des Treks:

klassisch von Besisahar bis Tatopani: 15 Tage

Kurzvariante: von Chame bis Mukinath 9 Tage

Verlängerung: unendliche Möglichkeiten

Highlights: Thorung La Pass (5416m), Tilicho Lake (4900m), Ice Lake (4500m)

Schwierigkeitsgrad: mittel

-für Solotrekker und Anfänger geeignet

-keine Guidepflicht

Permits: ACAP Permit (3000Rp),Tims (2000Rp)

Anreise: von KTM mit local Bus(ca.8 Stunden)

Oder mit Touristbus nach Dumre, dort nach Besisahar umsteigen (7Stunden);von Phokara vom Tourist Busbahnhof:(ca. 4 Stunden)

Preislich: recht günstig (viel Konkurrenz, local Restaurants, gut angebunden)

 

Charakter und Profil des Treks: abwechslungsreicher langer Trek, es gehtstetig aufwärts durch große Canyon oberhalb der Flüsse führt. Ab Manang geht es dann auf kleinen Pfaden weiter hinauf zum Thorung La oder zum Tilicho Lake. Es folgt in der Regel die Passüberquerung über den 5416m hohen Thorung La Pass, auf der anderen Seite ab Muktinath geht es dann wieder durch Täler entlang des gewaltigen Kali Gandaki  über die Provinzhauptstadt Jonsom (wo man in einem Kleinflugzeug in 30 Minuten nach Pokhara kommt) bis hinunter nach Tatopani (heiße Quellen!), von dort geht es per Bus/Jeep nach Phokara oder man wandert weiter nach Gorepani/Poon Hill oder Kopra Danda ins südliche Annapurna Gebiet.

 

Beschreibung

 

Der Annapurna Circuit ist wohl DER Klassiker unter den Nepaltreks und ist wohl immer noch mit dem Everest Basecamp Trek der populärste.

Zurecht, denn die Route ist landschaftlich sehr abwechslungsreich. Von subtropischen Bedingungen über Wälder, die an die Alpen erinnern, bishin zu Steppen-und Gletscherlandschaften hat man alles. Und natürlich als absolutes Highlight und Challenge: einen der höchsten (begehbaren) Pässe der Welt, den Thorung La (5416m). Der berühmteste Abstecher geht hinauf von Manang zum Tilicho Lake (4900m), dem höchst gelegensten See der Erde dieser Größe.

Dank eines Shortcuts nach Yak Karka kostet sie dieser tolle Abstecher nur einen Tag extra.

 

Der AC ist inzwischen etwas in Verruf geraten, weil eine Straße und eine Stromleitung bis Manang hochgezogen wurde. Dort herrscht in der Saison viel Verkehr und wer darauf läuf wird ordentlich Staub schlucken, aus dem gleichen Grunde, wird der Trek fast nur noch bis Mukinath gegangen, weil auch auf der anderen Seite diese Straße ist.

Deshalb den AC zu meiden ist allerdings großer Quatsch und der Ruf rührt vor allem vom Hörensagen.

Fakt ist, dass sie Straße zu 90% meiden können und es jede Menge inzwischen gut markierter und kartografierten Seitenwege gibt, vermutlich die Originalpfade bevor die Straße gebaut wurde. Diese NATT Pfade sind rot/weiss markiert und viele davonen lohnen sich.

Und es lohnt sich auch vor allem die Wanderung nicht gleich nach dem Thorung La in Muktinath zu beenden. Denn die Gegend die hinter dem Thorung La kommt, gehört zu den eindrücklichsten überhaupt: Mustang

 

Auf dem herrlichen Weg (wo sie viele Meeresfossilien finden können) nach Kagbeni haben sie fantastische Blicke auf den Daulaghiri und Kagbeni ist eine mittelalterliche Perle.

 

Auf dem Weg weiter nach unten kommt das weiße Marpha, berühmt für seinen Applebrandy und andere tolle Produkte

Sie können auf Pfaden abseits der Straße bis Tatopani gelangen, das berühmt für seine heißen Quellen ist (auch wenn es schönere in Nepal gibt)

Von dort fahren sie mit Bus oder Jeep nach Beni und von dort weiter nach Phokara

Oder sie trekken von Tatopani weiter nach Poon Hill oder noch besser: Hinauf zum abenteuerlichen Kopra Danda Trek

 

Für Budgettraveller ist der AC interessant, weil es das günstigste Gebiet der großen Dreien (Everest, Langtang, Annapurna) ist, in der Nebensaison können sie in den meisten Lodges (die zu den komfortabelsten in Nepal zählen) gratis übernachten, wenn sie dafür Abendessen und Frühstück hier zu sich nehmen.

Es gibt in Chame (wo sich auch ein toller Hot Spring befindet) auch einige local restaurants, wo sie Samosas für 30 Rupien/Stück bekommen, und die Preise sind in den Läden hier kaum teurer als in Kathmandu, daher schleppen sie nicht zuviel Supplies mit.

 

Unser Rat ist: kürzen sie den AC nicht ab, sondern beginnen sie ihn klassisch in Besisahar, sie können es, auch wenn sie von Kathmandu kommen, noch nach Buhlbule wandern  bevor es dunkel wird. Ein schöner Auftakt nach der langen Busfahrt, dann sind sie gleich im Wander Flow

 

Sie können den AC wunderbar dem Manaslu Circuit anschließen, sie haben die entsprechenden Permits ja eh schon und benötigen auch keine weiter Aklimatisation.

Apropos Aklimatisation: Das geschieht beim Circuit quasi automatisch, da es langsam aufwärts geht. Lediglich müssen sie 2 Nächte in Manang einplanen, das praktischerweise genau auf 3.500m liegt und damit ideal für die Vorbereitung auf den Thorung La.

Dementsprechend ist Manang komfortabel ausgestattet und es gibt sogar Kinos mit Abenteuerfilmen und in der Saison sogar Vorträge über die Höhenkrankheit, so wie einige Bäckereien.

 

Weiterhin bietet der AC sich für Verlängerungen an, die ultimativen Trekker können sogar bis nach Phokara weiterwandern.

Desweiteren ist die Lage des AC genial, denn so kommen sie automatisch von Kathmandu nach Phokara, wo eh alle mal hinwollen, die Nepal besuchen.

Phokara bietet sich auch perfekt an, um nach dem Trek etwas auszuspannen.

Und so empfiehlt es sich, den Circuit aus Richtung Kathmandu kommend zu machen.

 

Wenn sie nicht genug Zeit haben, dann machen sie doch lieber z.B. den Langtang Trek, als den Annapurna Circuit zu verstümmeln und andere Trekker den Staub ihres Jeeps schmecken zu lassen.

 

Wenn sie es wagen können sie aber auch einen spektakulären Flug von Jonsom nach Phokara buchen, sie fliegen nicht über den Bergen, sondern zwischen den Bergen. (allerdings möchte ich nicht vergessen zu erwähnen, dass sich 2016 hier ein Flugzeugunglück mit 23 Toten ereignet hat, den ich quasi hautnah miterlebt habe). Aber Fliegen ist sicherlich immer noch deutlich ungefährlicher als mit dem Bus zu fahren und sie sparen sich 10 Stunden Holperfahrt ;)